Du kennst zwar Löwenzahn, Hahnenfuss und Margerite, hast aber noch nie etwas von Klappertopf, Günsel oder Pippau gehört? Dann bist hier genau richtig! Im Verlauf dieses Sommers werde ich alle paar Wochen sechs saisonale Wild- oder Kulturpflanzen präsentieren, die man eigentlich kennen sollte, da sie meist unschwer zu entdecken sind. Ihr findet jeweils die Namen und eine kleine Beschreibung zu den Bildern über dem Titel. Et vous trouverez également les noms des fleurs en français. Viel Spass beim Bestimmen!

Da im Juni und Juli die Alpenflora so richtig ins Blühen kommt, präsentiere ich hier einige Exemplare aus unseren Bergen. Alle sind leicht auffindbar; es braucht also keine ausgeprägten bergsteigerischen Fähigkeiten, um sie zu entdecken!

Wie immer folgt der Beschrieb im Uhrzeigersinn, beginnend mit der Blüte oben links:

  • Männliches Knabenkraut, Orchis mâle (Orchis mascula): Diese Orchidee gedeiht am besten auf Bergwiesen und in lichten Wäldern. Obwohl alle Orchideen in der Schweiz unter Schutz stehen, findet man das Männliche Knabenkraut hierzulande sehr häufig. Fast ebenso häufig ist das sehr ähnliche Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) zu finden, das allerdings an den stark gefleckten Blättern zu unterscheiden ist.
  • Europäische Trollblume, Trolle d’Europe, (Trollius europaeus): Diese kugelige Blume gehört wie der Hahnenfuss («Ankeblüemli») in die Familie der Ranunculaceae. Man findet sie auf feuchten Wiesen in den Bergen. Der Name hat nichts mit dem Fabelwesen «Troll» zu tun; das althochdeutsche Wort «troll» bedeutet «kugelrund».
  • Weisse Alpen-Anemone, Pulsatille des Alpes(Pulsatilla alpina): Auch sie gehört in die Familie der Hahnenfussgewächse. Man findet sie auf Wiesen auf über 1200m Höhe. Wenn sie verblüht ist, bildet sich aus der Blüte ein Wuschelkopf, der einer See-Anemone ähnelt (deshalb vermutlich auch der Name).
  • Alpen-Soldanelle, Soldanelle des Alpes(Soldanella Alpina): Dieses kleine Blümchen findet man meist kurz nach der Schneeschmelze im alpinen Gebiet (bis in eine Höhe von 3000m!). Sie gehört zur Familien der Primulaceae, in die auch die gewöhnlichen Haus-Primeln gehören.
  • Mehlprimel, Primevère farineuse(Mehlprimel): Wie der Name schon sagt, gehört auch sie in die Familie der Primelgewächse und ist damit die alpine und rosafarbige Variante der bekannteren Schlüsselblume. Der Name kommt vom weissen Belag an den Blattunterseiten.
  • Frühlingsenzian, Gentiane printanière(Frühlingsenzian): Der etwas unbekanntere Verwandte der Glocken-Enziane. Er ist auf kalkhaltigen, aber stickstoffarmen Gebirgswiesen häufig anzutreffen, insbesondere in den Frühlingsmonaten (für die alpine Zone sind das die Monate April, Mai und Juni).

Text und Bilder von: Jan Zumoberhaus