Du kennst zwar Löwenzahn, Hahnenfuss und Margerite, hast aber noch nie etwas von Klappertopf, Günsel oder Pippau gehört? Dann bist du hier genau richtig! Im Verlauf dieses Sommers werde ich alle paar Wochen sechs saisonale Wild- oder Kulturpflanzen präsentieren, die man eigentlich kennen sollte, da sie meist unschwer zu entdecken sind. Ihr findet jeweils die Namen und eine kleine Beschreibung zu den Bildern über dem Titel. Et vous trouverez également les noms des fleurs en français. Viel Spass beim Bestimmen!

Nachdem ich letztes Mal vor allem Wiesenpflanzen vorgestellt habe, habe ich mich nun darauf konzentriert, ausschliesslich Pflanzen aus der Stadt zu beschreiben. Natürlich heisst das nicht, dass sie nicht häufig auf dem Lande vorkommen, sie sind aber oft auch an Strassenrändern, Gebüschen und kleinen Gärten von Fribourg zu finden.

Wie immer beginne ich links oben und gehe im Uhrzeigersinn durch und lande am Schluss bei den kleinen weissen Blüten links unten:

  • Wiesen-Flockenblume, Centauréejacée(wissenschaftlicher Name: Centaurea jacea): Auch wenn der Name auf ein Vorkommen auf Wiesen hindeutet, findet man sie auch in der Stadt Fribourg. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es auch hier immer mehr kleine Wiesen als Strassenränder gibt. Die Flockenblumen gehören zu der grossen Familie der Asteraceae.
  • Wiesen-Salbei, Sauge de prés(Salvia pratensis): Auch diese Blume ist Strassenrändern in Wiesenform sehr häufig zu finden. Im Moment blüht sie zum Beispiel an der Avenue de l’Europe und der Avenue Louis-Weck-Reynold (wenn man hinter der Aula Magna den Hügel Richtung Collège Gambach hinauffährt/-läuft). Sie gehört wie viele Gewürzkräuter zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), schmeckt aber viel weniger intensiv als der angebaute Salbei.
  • Saat-Esparsette, Esparcette à feuilles de vesce (Onobrychis viciifolia): Diese Pflanze blüht momentan sehr schön an der Route de Jura Richtung Givisiez. Der Name deutet darauf hin, dass sie früher als Futterpflanze angesät wurde. Sie gehört wie der Klee zu der Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae).
  • Roter Hartriegel, Cornouiller sanguin (Cornus sanguinea): Dieser Strauch ist in vielen Hecken (ob wild oder angepflanzt) zu sehen. Sein Name kommt nicht etwa von den Beeren (die fast schwarz sind), sondern von den roten Ästen und den roten Blättern im Herbst. Die Beeren sind nicht giftig, aber ungeniessbar.
  • Pyrenäen-Storchenschnabel, Géranium des Pyrénées(Geranium pyrenaicum): Diese zarte Blume ist viel in Wiesen und Gebüschen zu finden. Sie gehört wie die roten Geranien, die in vielen Blumenkästen vor Fenstern zu finden sind, zu der Familie der Geraniengewächse (Geraniaceae). Bei ungenauem Hinsehen besteht Verwechslungsgefahr mit ihrem nahen Verwandten, dem Ruprechtskraut (Geranium robertianum), dessen Blüten allerdings viel eher einen Rosa- als einen Lila-Ton aufweisen.
  • Weisses Labkraut, Gaillet blanc(Galium album): Dieser enge Verwandte des Waldmeisters ist auf Wiesen, in Gebüschen und an Wegrändern sehr häufig zu finden und deshalb auch in Fribourg fast überall anzutreffen. Er ist sehr leicht mit dem Wiesen-Labkraut (Galium mollugo) zu verwechseln, denn beide sehen fast genau gleich aus, besitzen einfach eine andere Chromosomenzahl (ich bin nicht einmal hier sicher, welches von beiden es nun ist).

Text und Bilder von: Jan Zumoberhaus