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Was blüht denn da?

Du kennst zwar Löwenzahn, Hahnenfuss und Margerite, hast aber noch nie etwas von Klappertopf, Günsel oder Pippau gehört? Dann bist du hier genau richtig! Im Verlauf dieses Sommers werde ich alle paar Wochen sechs saisonale Wild- oder Kulturpflanzen präsentieren, die man eigentlich kennen sollte, da sie meist unschwer zu entdecken sind. Ihr findet jeweils die Namen und eine kleine Beschreibung zu den Bildern über dem Titel. Et vous trouverez également les noms des fleurs en français. Viel Spass beim Bestimmen!

Nachdem nun leider bereits die ersten Frühlingsblumen verblüht sind, öffneten mit den warmen Tagen eine Vielzahl von Wiesen- und Ackerblumen ihre Blüten. Hier eine Auswahl, die man fast überall findet (solange die Wiese nicht zu stark überdüngt ist). Ich beginne beim Bild oberhalb des Titels mit der blauen Blume oben links und gehe dann im Uhrzeigersinn durch (und ende folglich bei den hell-lila Blüten gleich unter den blauen).

  • Kriechender Günsel, Bugle rampante(wissenschaftlicher Name: Ajuga reptans): findet man fast überall (auf Wiesen, an Wegrändern, in Gärten, etc.). Er gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist damit mit vielen Gartenkräutern wie Basilikum, Pfefferminze und Thymian verwandt. Aufgrund seines starken Blautons ist er unverwechselbar.
  • Raps, Colza(Brassica Napus): eine der beiden Kulturpflanzen unter diesen sechs Arten hier. Wenn ihr jetzt grosse gelbe Felder seht, ist das fast immer Raps, denn aus ihm wird das Rapsöl gewonnen. Man findet ihn aber manchmal auch verwildert an Wegrändern. Er ist allerdings leicht mit dem Senf verwechselbar; dieser blüht aber erst Ende Sommer.
  • Futterwicke, Vesce cultivée(Vicia sativa): Auch diese ist ursprünglich eine Kulturpflanze; man sieht sie heute allerdings vor allem in wilder Form. Sie ist leicht mit ihrer engen Verwandten, der ebenso häufigen Zaunwicke (Vesce des haies, Vicia sepium) zu verwechseln, die allerdings einen dunkleren, weniger knalligen Violett-Ton aufweist. Sie gehören beide zur Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae), zu der auch alle Kleearten gehören.
  • Gewöhnliche Gundelrebe, Lierre terrestre commun (Glechoma hederacea): gehört wie der Kriechende Günsel zu den Lippenblütlern (Lamiaceae). Man kann sie allerdings leicht am Farbton und an der Menge der Blüten einer Pflanze unterscheiden (die Gundelrebe hat weniger aber stärker über den ganzen Stängel verteilte Blüten). Sie bildet lange Sprosse und klettert damit einige Zentimeter an festen Gegenständen (z.B. einem Gartenzaun) hinauf.
  • Karthäuser-Nelke, Oeillet des Chartreux (Dianthus carthusianorum): man findet sie meist an trockenen und sonnigen Orten, z.B. an Strassenrändern. Sie gehört zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Der Name kommt vermutlich ursprünglich von christlichen Karthäuserorden, der diese Blume in seinen Gärten pflanzte.
  • Wiesen-Schaumkraut, Cardamine de prés(Cardamine pratensis): auch diese Blume ist auf den meisten Wiesen anzutreffen. Sie gehört wie der Raps zu der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), die leicht anhand ihrer vier über Kreuz stehenden Blütenblätter zu erkennen sind. Man kann sie z.B. über den Salat streuen, um ihm eine schöne Farbe zu verleihen.

PS: Zum bestimmen anderen Arten empfehle ich die Schweizer Webseite Info Flora: https://www.infoflora.ch/de/. Wer die Blumen «live» erleben möchte, geht am besten im Botanischen Garten der Universität Fribourg spazieren.

Text und Bilder von: Jan Zumoberhaus

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