Anfang März fand an der Universität Fribourg die erste Nachhaltigkeitswoche statt. Es konnten verschiedene spannende Anlässe besucht werden: von einer Podiumsdiskussion zum Thema «La Suisse face au changement climatique» über einen Filmabend im Centre Fries und Workshops wie dem Insektenhotel-Bauen oder dem Start ins Urban-Gardening-Jahr und vieles mehr. So kam jede und jeder auf ihre und seine Kosten!

Parallel zur Fribourger Nachhaltigkeitswoche gab es an fast allen Schweizer Hochschulen ähnliche Projekte. Und wir dürfen uns auch noch auf einige Events freuen; in Bern findet die dortige Nachhaltigkeitswoche nämlich erst ab dem 19. März statt. Interessierte Studierende anderer Universitäten sind natürlich auch herzlich eingeladen.

Hinter der Initiative einer schweizweiten Nachhaltigkeitswoche steht der «Schweizer Verband Studentischer Organisationen für Nachhaltigkeit VSN» (wo auch die NEUF Mitglied ist) sowie die Nachhaltigkeitswoche in Zürich, die es schon seit ein paar Jahren gibt. Finanziert werden die Projekte jeweils zur Hälfte über das Förderprogramm U-Change und über die lokalen Hochschulen. Die Nachhaltigkeitswoche in Fribourg wurde von verschiedenen Organisationen (z.B. Foraus, AIESEC und natürlich der NEUF) getragen.

Ziel des Konzepts ist, dass Studierende den Hochschulen und universitären Gemeinschaften nachhaltige Themen näherbringen. Die Universitäten sollen sich so nicht nur zu Nachhaltigkeit bekennen, sondern diese auch aktiv fördern. Dafür sollen im Rahmen der lokalen Nachhaltigkeitswochen auch hochschulpolitische Themen angesprochen werden: so werden in Fribourg etwa Unterschriften für eine Petition gesammelt, die tägliche vegetarische Menüs an allen Uni-Mensas verlangt.

So schön das Ganze auch klingt; es gilt auch einen kritischen Blick auf das Konzept der Swiss Sustainability Week zu werfen. So kann die durchaus berechtigte Frage aufgeworfen werden, ob denn die Anlässe auch wirklich zu nachhaltigeren Hochschulen führen oder ob den Verantwortlichen an den Universitäten nur Lippenbekenntnisse abgenommen werden. In Fribourg sieht es momentan so aus, als ob auf der Entscheidungsebene (sprich Rektorat und Direktorat) – trotz kräftigem finanziellem Zuschuss zu den Events – unsere Forderungen weiterhin auf taube Ohren stossen.

Weiter sehe ich ein Problem auch darin, dass mit der Nachhaltigkeitswoche zwar viele Interessierte angezogen werden, nicht aber solche Studierende, die mit Nachhaltigkeit bisher nicht so viel am Hut hatten. Ist die Nachhaltigkeitswoche also nur ein Projekt für links-alternative und progressiv-elitäre Studis? Ob mit diesem neuen Konzept die Milieubildung aufgebrochen und Nachhaltigkeit gesamtgesellschaftlich (oder zumindest «gesamt-universitär») verankert werden kann, wird sich – wenn überhaupt – nur langfristig zeigen.

Von Seiten der lokalen Nachhaltigkeitsorganisationen gilt es auch aufzupassen, dass sich ihre Kräfte nicht nur auf die eine Woche im März konzentrieren und sie den Rest des Jahres ein Mauerblümchen-Dasein fristen. Wir von der NEUF werden natürlich auch weiterhin aktiv sein und verschiedene interessante Events organisieren!

Nichtsdestotrotz ist die Swiss Sustainability Week ein spannendes und erfolgreiches Konzept. Natürlich darf eine Weiterentwicklung nicht fehlen, aber die lokalen Nachhaltigkeitswochen werden sich in den nächsten Jahren an den Universitäten institutionalisieren und vermutlich zu einem Steckenpferd in Sachen nachhaltiger Hochschulpolitik werden!

 

Links für weitere Informationen:

Text von: Jan Zumoberhaus / Bildquelle: Swiss Sustainability Week (kleine Änderung: JZ)