Insekten essen ist eklig und fad. Jedenfalls dachte ich das immer. Doch gestern gab es eine Insekten-Degustation im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche an der Uni Fribourg, die meine Erwartungen als falsch enttarnte.

Da ich ein neugieriger Mensch bin, habe ich mich dazu entschlossen, mit einer Freundin da hinzugehen und es einfach mal auszuprobieren. Gelohnt hat es sich definitiv! Es wurden nicht nur einzelne, pure Mehlwürmer und Grillen angeboten, sondern auch liebevoll frittierte, in Teigtaschen eingepackte oder sogar solche, die mit Schokolade überzogen als Pralinés präsentiert wurden. Auch als Falaffel wurden sie dargeboten, wo man sich auch überhaupt nicht ekeln musste, weil die Insekten so verarbeitet wurden, dass man sie nicht mehr erkennen konnte.
Geschmeckt hat es überhaupt nicht so, wie ich es erwartet hatte. Eigentlich schmeckte es für mich nach nichts ausser den Gewürzen und den anderen Zutaten. Insgesamt war es sogar sehr lecker! Auch die Konsistenz war überhaupt kein Problem.
Was jedoch gewöhnungsbedürftig war, war der Anblick der Insekten. Biss man in die kleinen Teigtäschchen, guckten plötzlich kleine Mehlwürmer raus. Der Trick ist, zu Beginn einfach nicht so genau hinzuschauen. So war ich dann überrascht von mir, wie ich kaum Probleme damit hatte, Insekten zu essen, obwohl ich doch ein Mensch bin, der sich relativ schnell ekelt.
Meine Freundin beschrieb es auch als ein angenehmes Erlebnis. Uns überraschte vor allem auch die Vielfalt der Möglichkeiten und auch die unterschiedlichen Geschmackserlebnisse. Wir waren auch positiv überrascht von dem grossen Interesse der Laufkundschaft.

Natürlich sind Insekten nicht das gleiche wie ein Stück Fleisch. Mir wurde ja schon oft gesagt, dass so ein richtig schönes, saftiges Steak halt schon etwas Gutes ist (als Vegetarierin kann ich dies natürlich nicht bestätigen). So ein paar lose Würmchen können da von der Konsistenz nicht mithalten. Man darf aber nicht vergessen, dass man die Insekten ja auch verarbeiten kann. Z.B. kann man daraus auch Frikadellen herstellen (siehe http://www.lz.de/lippe/kreis_lippe/21996301_Studenten-des-HS-OWL-haben-Insekten-zu-Frikadellen-verarbeitet.html). So kann man dann auch seinen eigenen Ekel überwinden.

Schaut euch doch für mehr Infos zu Insekten als Proteinquelle der Zukunft auch den Artikel von Sara an, den sie am 2. Mai 2017 auf unserem Blog veröffentlicht hat: http://quoi-de-neuf.ch/2017/05/02/proteine-der-zukunft/

Und noch ein Link zu einem Beitrag über einen Insekten-Kochkurs: https://www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/insekten-kochkurs-die-mehlwuermer-kosten-ueberwindung

Text und Bild von: Stefanie Henauer