SRF widmet sich im Moment immer wieder dem Thema Food Waste. So auch mit einer Ausstrahlung des Films „Just Eat It – A Food Waste Story“ (ein Film von Jenny Rustemeyer und Grant Baldwin).

Die Filmproduzentin und der Kameramann zeigen uns, wie sie sich 6 Monate lang nur von weggeworfenen oder abgelaufenen Lebensmitteln ernähren. Sowohl Hochs als auch Tiefs, Freude und Fassungslosigkeit werden auf die Leinwand gebracht. Jenny und Grant nehmen den Zuschauer mit zu Nacht und Nebelaktionen, wo sie in Abfallcontainern wühlen, und anderen Ausflügen zur Nahrungsbeschaffung.

„Beim Projekt geht es nicht ums Glücklichsein oder Bequemlichkeit … wir wollen beweisen, dass Lebensmittel im Müll landen“ (Grant Baldwin)

Ihre Lebensmittel kommen von ganz verschiedenen Quellen, wo sie aus unterschiedlichsten Gründen unbrauchbar sind. Oft herrscht Freude, gleichzeitig sind die beiden aber auch schockiert, wie viel und aus welchen Gründen Lebensmittel weggeworfen werden. Sie finden Lebensmittel im Überfluss, sodass sie einiges an Freunde abgeben können und ihre Vorratsschränke trotzdem randvoll gefüllt sind. Und nicht nur die Menge der Lebensmittel ist überwältigend, sondern auch deren gute Qualität.
Als Fazit sagt Jenny, dieses Projekt öffne wirklich die Augen und sie meint, dass man etwas gegen Food Waste machen kann und auch dringend sollte.

Der Film zeigt nicht nur Jenny und Grant, sondern es werden auch Fakten und Zahlen sowie Gedanken und Meinungen von verschiedenen Experten präsentiert. Dabei werden Gründe angegeben, warum Abfälle anfallen; Dazu gehört der Druck zur Perfektion des Aussehens der Lebensmittel, aber auch dass die Konsumenten viel zu viel einkaufen und kochen, weil man z.B. als Gastgeber auf keinen Fall zu wenig Essen auftischen möchte. Schlicht und einfach gesagt, geht es uns zu gut. Wir können es uns leisten, viel zu viele Lebensmittel zu produzieren, dann nur das Beste auszuwählen und es schlussendlich trotzdem bei uns zu Hause vergammeln zu lassen oder es wegzuwerfen. Wir vergessen dabei, dass mit den Lebensmitteln auch viele Ressourcen (Wasser, Energie, etc.) verschwendet werden und somit Lebensmittelverschwendung eine grosse Umweltsünde ist.
Natürlich geben die Experten am Ende auch Verbesserungsvorschläge, wie die bessere Aufklärung der Konsumenten über die Datumsangaben auf Lebensmitteln, da sie oft missverstanden werden. Ausserdem sollte die Hierarchie der Nutzung der Nahrungsmittel umgesetzt werden, wobei zuerst versucht werden sollte, die Nahrungsmittel an Menschen weiterzugeben (z.B. Lebensmittelspenden), wenn dies nicht möglich ist, dann sollte man sie an (Nutz-)Tiere verfüttern und ansonsten zur Energieproduktion oder zur Kompostierung verwenden, um dem Boden wieder Nährstoffe zurückzugeben. Nur als letzte Möglichkeit sollten die Nahrungsmittel im Müll landen.


Pyramide zur Lebensmittelverwendung

Das grundliegende Problem ist wahrscheinlich, dass Lebensmittelverschwendung einfach akzeptiert wird. Deshalb ist die Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig, da durch kleine Optimierungen in zahlreichen Haushalten viele Ressourcen als auch viel Geld gespart werden könnte. Und sobald ein Umdenken stattfindet, werden auch Restaurants, Lebensmittelhändler sowie -produzenten nachziehen.

Der Film ist noch bis zum 27. Oktober unter folgendem Link verfügbar:
https://www.srf.ch/sendungen/dok/abfall-auf-dem-teller

Text von: Stefanie Henauer / Bildquelle: www.foodwastemovie.com