Grossanlässe bringen viel Freude, belasten aber auch die Umwelt. Denn wo viele Leute sind, entstehen auch grosse Mengen an Abfällen und CO2-Emissionen. Trotzdem wollen und sollen wir auch nicht auf (Sport-)Anlässe verzichten. Denn die Veranstalter können viel dafür tun, ihre Anlässe möglichst umweltfreundlich zu gestalten. Diese Bewegung zeigt sich immer mehr. Die Olympischen Spiele zum Beispiel versuchen immer nachhaltiger zu werden. In Rio war dies nur ein guter Gedanke, wurde aber keineswegs erfolgreich umgesetzt; in London gelang es jedoch schon besser und die Spiele in der Hauptstadt Grossbritanniens erhielten so auch das neue Zertifikat ISO 20121 für nachhaltiges Eventmanagement. Das Prinzip der Wiederverwendung wurde in diversen Bereichen umgesetzt und eine besondere Effizienz beim Recycling erreicht (angeblich wurden 99% des Abfalls beim Bau des Olympic Parks gesammelt und rezykliert). Die weitere Nutzung der Anlagen nach den Spielen wurde in die Planung einbezogen und wenn möglich wurden auch nur temporäre Anlagen aufgestellt. Ausserdem wurde erneuerbare Energie selbst generiert und die Abfalltrennung gut organisiert und umgesetzt.

Auch kleinere Anlässe in der Schweiz versuchen nachhaltiger zu werden. So ist zum Beispiel der Kerzerslauf schon lange um die Natur bemüht und dient als Vorbild für andere Anlässe. Auch am Tennisturnier in Gstaad, wo ich diesen Sommer gearbeitet habe, werden nun erste Schritte Richtung Nachhaltigkeit unternommen. So wird z.B. im Mitarbeiterrestaurant auf Mehrweggeschirr statt Wegwerfgeschirr gesetzt, an einem Brunnen kostenloses Trinkwasser zum selber Abfüllen angeboten und die Fahrzeugflotte durch Elektrofahrzeuge ergänzt. Helferkleidung, die man nicht mehr behalten will, kann man am Ende des Turniers der Berghilfe spenden. Dies sind erste Schritte, doch es gibt noch sehr viel Potential und ich hoffe, dass dieses Potential noch ausgenützt wird.

 

Konkrete Empfehlungen für Schweizer Veranstalter, wie man eine Veranstaltung grüner gestalten kann, gibt es von SwissOlympic. Sie unterteilen die Empfehlungen in 8 Bereiche:

  1. Abfall und Littering
  2. Verkehr und Transport
  3. Energie und Infrastruktur
  4. Natur und Landschaft
  5. Lebensmittel
  6. Lärm
  7. Ethik und Soziales
  8. Förderung

So sollten optimalerweise Mehrweggeschirr mit Pfand verwendet, genügend Abfallbehälter aufgestellt sowie für gute Abfalltrennung gesorgt werden. Der Energie- und Wasserverbrauch sollte so effizient wie möglich gestaltet werden.
CO2-Emissionen entstehen z.B. durch Materialtransporte und die Mobilität der Zuschauer. Durch Vergünstigungen für die Anfahrt mit der Bahn oder Gebühren für das Parken kann man die Nutzung des Bahnverkehrs fördern. Dazu muss das Gelände jedoch auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. Doch auch die Lebensmittel sollten möglichst kurze Lieferwege aufweisen. Deshalb sollten regionale und saisonale Produkte bevorzugt und bei Lebensmitteln aus Übersee z.B. auf biologischen Anbau und Fair-Trade geachtet werden. Generell sollte man Transportwege möglichst kurz halten. Als Kompensation für die CO2-Emissionen können ausserdem Klimaschutzprojekte unterstützt werden.

Im Grossen und Ganzen finde ich die aktuellen Bemühungen sehr lobenswert und hoffe, dass es so weiter gehen wird und sich sowohl die Veranstalter als auch die Zuschauer bemühen, Nachhaltigkeit zu fördern.

 

Quellen und weitere Infos:

https://www.iso.org/news/2013/01/Ref1690.html

https://www.umweltnetz-schweiz.ch/themen/konsum/2278-ausgespielt-konsequenzen-von-rio-2016.html

https://www.srf.ch/sendungen/doppelpunkt/gruener-sport-oekologische-nachhaltigkeit-an-laufevents

http://www.iso20121.org

http://www.swissolympic.ch/verbaende/praevention/raum-umwelt.html 

https://www.youtube.com/watch?v=6GY_ENp_J30

 

Text von: Stefanie Henauer / Bildquelle: Flickr /Alexander Fünck