Die Mensen und Cafeterien der Universität Freiburg sind Orte der Stärkung, Verpflegung und Begegnung. Wer diese aber über welche Wege zu solchen Stätten macht, ist weitgehend unbekannt. Spectrum hat sich einen Überblick über die Politik hinter den Mensen verschafft.

Nahe, unkompliziert, günstig. Dies sind drei Gründe, die eine Mensa in der Regel auszeichnen. Mittag für Mittag lassen sich in den drei Uni-Mensen in Freiburg hunderte Studierende verpflegen. Dabei kommt es zwar gerne mal vor, dass man sich ob eines Menus, einer Preiserhöhung oder einer Änderung im Sortiment empört, bei diesen Kleinigkeiten bleibt es aber in den meisten Fällen. Es geht vergessen, dass die Mensen und Cafeterien Teil der Universität und damit Teil der Unipolitik sind. Das heisst, alle können sich in verschiedenen Interessen- und Arbeitsgruppen engagieren und versuchen, die Mensen und Cafeterien gemäss ihren Interessen zu verändern.

Die Organisation dahinter

Die Mensen und Cafeterien bilden, gemäss dem betreffenden Reglement, eine Verwaltungseinheit der administrativen Dienststellen der Universität. Konkret bedeutet das, dass sie zwar eine eigene Führung und ein eigenes Budget haben, jedoch in ihrer Betriebsführung vom Mensabüro der Verwaltungsdirektion überwacht werden. So wird beispielsweise das Führungspersonal der Mensen und Cafeterien vom Rektorat angestellt, das Mensabüro muss sowohl das gesamte vorgeschlagene Jahresbudget als auch die Festlegung der einzelnen Preise gutheissen. Das Mensabüro, bestehend aus Verwaltungsdirektor, zwei Betriebsüberwachern und den Leiterinnen und Leitern der Mensen und Cafeterien, hat also die Oberaufsicht und schränkt die freie privatwirtschaftliche Führung des Mensabetriebs so weit ein, wie dies zur Ermöglichung einer preiswerten Verpflegung der Freiburger Studierenden nötig ist.

Akteure der Mensa-Politik

So weit, so kompliziert. Damit ist aber die Politik rund um die Mensen und Cafeterien noch nicht erklärt. Auch verschiedene Studierendenorganisationen versuchen, sich in die Mensa-Politik einzubringen. So setzt sich etwa die Organisation für nachhaltige Entwicklung an der Uni Freiburg (NEUF) mit einer extra dafür geschaffenen Arbeitsgruppe seit 2013 für mehr Nachhaltigkeit, sprich für tägliche vegetarische Menus in allen Freiburger Mensen, ein. Laut Mélanie Baierlé, Vorsitzende der Mensa-Arbeitsgruppe der NEUF, ist die aktuelle Lage zwar besser als noch 2013, jedoch mit nur einem Vegi-Menu auf drei Mensen bei Weitem nicht zufriedenstellend.

Seit letztem Semester gibt es ausserdem die Mensa-Arbeitsgruppe der Studierendenorganisation AGEF. Acht Studierende engagieren sich für das Umsetzen weiterer studentischer Anliegen im Bereich der Mensen und der Cafeterien. Für Jean-Thomas Vacher, Leiter der Arbeitsgruppe, geht es in erster Linie darum, die Anliegen der Studierenden zu bündeln und konkret auf den Tisch zu bringen. Zu diesen Anliegen gehören etwa eine Preisharmonisierung zwischen den einzelnen Mensen, die Senkung der Preise in den Cafeterien oder die Schaffung von mehr Transparenz bezüglich der Organisation, der Finanzierung der Mensen und des Zustandekommens der Preise. Ausserdem soll laut Vacher der erst im vergangenen April lancierte Fragebogen über die Zufriedenheit mit den Mensen Klarheit schaffen über weitere Anliegen.

Politikum Essensautomat

Wie genau ein unipolitischer Prozess in diesem Zusammenhang aussehen kann, zeigt die Diskussion rund um den Essensautomaten an der Uni Miséricorde: Im Februar 2016 wurde der Automat ohne Begründung aus der Cafeteria bei der Jus-Bibliothek entfernt. Die Jus-Fachschaft lancierte daraufhin eine Petition, in der sie die Wiedereinführung des Automaten forderte. Daraufhin wurde dieses Anliegen in die Mensa-Arbeitsgruppe der AGEF integriert. Es fanden Diskussionen zwischen Arbeitsgruppe, Fachschaft und Univerwaltung statt und im vergangenen März wurden mittels Umfrage die gewünschten Inhalte eines allfälligen neuen Essensautomaten ermittelt. Die Arbeitsgruppe ist nun daran, ein Dossier auszuarbeiten und bei der Univerwaltung die Forderung nach einem neuen Essensautomaten einzureichen.

 

Text von: Noah Fend / Bildquelle: Daspunkt / Flickr

Dieser Artikel ist im Mai 2017 beim Studierendenmagazin der Uni Freiburg Spectrum erschienen.

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