„Iiiiiiiiiiih Insekten!“
„Das hat sechs Beine! Das fasse ich nicht an!“

Viele von uns würden so reagieren, wenn man ihnen einen Teller Heuschrecken anbietet. Doch Fakt ist, dass die heutige westliche Esskultur und die damit verbundene Agrarwirtschaft langfristig keine Zukunft haben und wir neue Wege beschreiten müssen, wenn wir die wachsende Weltbevölkerung auch weiterhin ernähren wollen. Insbesondere muss der Fleischkonsum drastisch gesenkt werden und damit wir nicht alle Vegetarier werden müssen, haben sich einige engagierte Querdenker in den vergangenen Jahren dafür eingesetzt, eine nachhaltigere Alternative zu Rind, Schwein und Huhn in die Regale der Schweizer Supermärkte zu bringen. Seit dem 1. Mai ist es endlich so weit und wir dürfen im Coop zum ersten Mal Insekten in Lebensmittelqualität kaufen – auch wenn die Verfügbarkeit erst ab Mitte Mai garantiert werden kann.

Nachhaltig
Insekten wachsen nicht nur viel schneller als Rind und Co, sie stossen zudem lediglich einen Bruchteil der Treibhausgase aus, die konventionelles Vieh produziert. Doch damit nicht genug: die sechsbeinigen Krabbelviecher sind im Gegensatz zu uns Säugetieren wechselwarm. Dadurch verschwenden sie keine Energie damit, eine konstante Körpertemperatur beizubehalten. Stattdessen können sie den Überschuss für die Proteinproduktion verwenden. Das Ende vom Lied ist, dass zur Züchtung von 1kg Insekten nur rund 1,2 kg Futter gebraucht wird, während die Rinderzucht eine zehn Mal schlechtere Bilanz aufweist. Mit dem Einsatz von Wasser für die Zucht verhält es sich ähnlich. Und während eine Kuh selbst im Stall noch mehrere Quadratmeter an Platz einnimmt, fühlen sich Insekten auf engem Raum am wohlsten. Man kann sie sogar übereinander wachsen lassen.

Gesund
Von klein auf hat man uns beigebracht, dass das eklige Krabbelzeug, das da unter Steinen kreucht und fleucht feucht, dreckig oder gar verseucht ist. Jeden, der an diesem Irrglauben festhält, möchte ich daran erinnern, dass diese Tiere in der Schweiz und nach Lebensmittelstandards gezüchtet werden. Das heisst, es gelten strenge Regeln und der Verzehr ist ungefährlich. Mehr noch: eine Heuschrecke ist bezüglich ihrer Proteinanteile vergleichbar mit konventionellen Fleischprodukten, enthält so viele ungesättigte Fettsäuren wie Fische, Nüsse oder Avocados und ist zudem reich an Vitaminen und Spurenelementen.

Vielfältig
In der Schweiz als Lebensmittel klassifiziert werden vorerst nur der Mehlwurm, die Heuschrecke und der Buffalowurm. Insgesamt kennt man jedoch rund 2’000 geniessbare Arten. Die Vielfalt ist auch geschmacklich sehr gross. So gibt es allein bei den Ameisen süsse und saure. Die Heuschrecke schmeckt ähnlich wie Hühnchen, und der Buffalowurm nussig.

Fazit
Insekten zu verspeisen, bietet uns die Möglichkeit, beinahe so effizient zu essen wie die Veganer. Gleichzeitig ist es jedoch einfacher, eine ausgewogene Ernährung beizubehalten. Und nicht zuletzt steht uns dabei eine unglaubliche Geschmackspalette zur Verfügung. Das einzige was wir dafür tun müssen, ist den Ekel zu überwinden, der uns von klein auf eingetrichtert wurde. In diesem Sinne rate ich euch: Augen zu und durch. Ihr werdet es lieben!

 

Quellen
https://www.essento.ch

https://www.welt.de/wirtschaft/article157915851/So-sieht-das-Essen-der-Zukunft-aus.html

 

Text von: Sara Krauer / Bildquelle: Flickr / Till Westermayer