Mittwoch und Samstag sind in Fribourg Markttage. Jeweils am Vormittag bieten regionale Produzenten ihre Produkte feil: Gemüse, Blumen, Pilze, Brot und Fleisch-, Fisch- und Milchwaren. Manche Händler bieten sogar Exotisches an: südländische Früchte, Gemüse und Gewürze. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, von Anfang Frühling bis Ende Herbst jeweils am Mittwochmorgen (wenn ich das Wochenende über in Fribourg weile auch am Samstag) auf den Markt zu gehen und mich mit frischem Gemüse einzudecken: frischen Schnittsalat (muss man nicht einmal rüsten!), Frühlings- oder Bundzwiebeln (passen zu einer Vielzahl von Gerichten) und meist auch ein Bund frischer Rüebli (die schmecken viel besser als die aus Migros oder Coop und dienen mir meist als Zwischenverpflegung an der Uni). Bei Bedarf kommen natürlich noch andere Gemüse, frisches Brot und Ziegenfrischkäse (den besten Käse, den es gibt!) dazu. Die Unterschiede zu den Waren aus dem Grosshandel schmeckt man in allen Produkten: sie werden einfach saisonaler geerntet und/oder von Hand gefertigt. Am besten schmeckt man das bei Tomaten: jeder der schon einmal in eine marktfrische «Berner Rose» gebissen hat und den Geschmack mit einer Supermarkt-Tomate verglichen hat, weiss wovon ich spreche.

Die meisten Produkte stammen auch aus Bio-Produktion und es werden die Sorten angebaut, die hier in der Region am besten gedeihen. Das macht die Produkte vielleicht ein bisschen teurer als die aus dem Supermarkt und sie sehen oft auch nicht so «perfekt» aus. Wenn man jedoch die Produktionsweise im Hinterkopf behält und weiss, dass viele Gemüseprodukte in Migros & Co. einer harten Selektion zum Opfer fallen und im Abfall landen, lernt man das zu schätzen. Man unterstützt die regionalen Bauern und damit auch die Nachhaltigkeit.

Doch was ist eigentlich das Nachhaltige an einem Besuch auf dem Wochenmarkt? Zum einen ist es natürlich schlicht die Regionalität: die Produkte werden meist in der Fribourger Umgebung produziert und müssen so nicht weit transportiert werden. So sind die Produkte auch saisonaler. Aber Achtung: manche Händler kaufen ihre Produkte auch ein, was ja prinzipiell nichts Negatives ist. Aber so kann es auch geschehen, dass Waren von weit herkommen und dadurch nicht viel ökologischer sind als ihre Verwandten aus dem Supermarkt. Man sollte sich also mit der Saisonalität von Produkten ein bisschen vertraut machen oder sich direkt beim Verkäufer informieren.

Ausserdem bieten die Händler ihre Waren meist unverpackt an. So lässt sich auch viel Plastikabfall sparen (vor allem dann, wenn man selber eine Mehrwegtasche mitbringt). Gerade im Vergleich mit dem oft übermässig verpackten Bio-Gemüse aus dem Supermarkt wird so viel für die Abfallvermeidung getan.

Schaut doch also mal am Mittwoch- (Place George Python) oder Samstagvormittag (Place de l’Hôtel de Ville, Rathausplatz) jeweils 6h30 bis 12h auf dem Markt vorbei; es lässt sich für jeden etwas finden!

 

Text von Jan Zumoberhaus / Bildquelle: Gfellerbio.ch